Insekten- und Pflanzenabdrücke in der holländischenStilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts


Das Ziel meiner wissenschaftlichen Arbeit besteht darin, einen präzisen Aufschluss über ein seltenes, in der holländischen Malerei des frühen 17. Jahrhunderts anzutreffendes, maltechnisches Verfahren zu erlangen. Bei diesem Verfahren verwendete man tote Insekten, meist Schmetterlinge. Darüberhinaus wurden auch spezielle Techniken entwickelt, um Moose und Flechten möglichst naturnah darstellen zu können. Diese maltechnische Besonderheit ist des Öfteren beobachtet und in der Fachliteratur thematisiert worden. Der Wissensstand über die praktische Durchführung ist jedoch relativ gering. So erschien es folgerichtig zu sein, den `Naturselbstdruck´ und dessen verschiedene Varianten in einen maltechnischen Kontext zu bringen. Das Gemälde `Waldstillleben´ von Otto Marseus van Schriek (um 1665), aus der anhaltischen Gemäldegalerie Dessau dient als Untersuchungsobjekt. Die zusammengetragenen Ergebnisse bilden einen Leitfaden für die praktische Umsetzung im Sinne einer experimentellen maltechnischen Studie.